Deshalb solltest Du bei der Arbeit *Nicht* um Erlaubnis fragen

Deshalb solltest Du bei der Arbeit *Nicht* um Erlaubnis fragen

Früher war ich wie ein Chamäleon und habe mich dem angepasst, von dem ich dachte, dass andere es haben wollten. Ich habe nicht danach gefragt, was ich gebraucht habe und ich habe ganz sicher nicht daran gedacht, es ihnen zu „sagen“ – stattdessen habe ich meine Gefühle unterdrückt, so getan als ob ich nicht viel brauchen würde und mich in übermäßiges Essen geflüchtet.

 Als ich Anfang 20 war, habe ich eine Selbsthilfegruppe gefunden und schaffte es, schlank zu bleiben. Aber das Übergewicht war nur ein Symptom meiner eigenen Unfähigkeit, mit meinem Leben klar zu kommen. Es diente als Schutzpanzer und ich hatte Angst, den Menschen mein „echtes Ich“ zu zeigen und was ich wirklich brauchte. Eins muss ich mir aber zugutehalten, damals war mein Wunsch, das zu sagen, was ich wirklich fühlte, größer als meine Angst.

Was hat das also mit der Idee des „sagen, nicht fragen“ zu tun? Nun, als ich mehr Selbstvertrauen gewann, um mir Geltung zu verschaffen, habe ich nach Dingen „gefragt“, die ich brauchte. Um ehrlich zu sein, fühlte sich eine Hälfte von mir berechtig, darum zu bitten, während die andere Hälfte sich unwürdig fühlte. Wenn ich also um eine Gehaltserhöhung gebeten habe, dann stand dies auf wackligem Boden – meine Stimme hat gezittert, während ich die Worte sagte. Nach etwas zu fragen, kann der erste Schritt sein, um das zu bekommen, was man will, aber Du musst realisieren, dass Du NICHT um Erlaubnis fragst.

Als ich anfing zu realisieren, dass ich genauso viel wusste, wie die meisten anderen Menschen, und dass ich alles weitere lernen konnte, fing ich an, mehr Selbstvertrauen zu entwickeln. Während ich mein neugefundenes Selbstwertgefühl ausprobierte, habe ich mich Projekten gewidmet, die mich wirklich begeistert haben.

Ich habe einen Deal mit einer Kunsthochschule für Medien ausgehandelt, bei dem ich meine Erfahrungen im Vertrieb einsetzte, um ihnen bei der Vermarktung ihrer Institution zu helfen, und im Gegenzug bekam ich die Möglichkeit, mich für ihren Kurs für Fernsehproduktion anzumelden. Nach und nach entwickelte ich die Fähigkeiten für meine Traumkarriere: Die Moderation und Produktion von Fernsehprogrammen speziell für Mädchen und Frauen. Erstaunlicherweise wurde eine meiner TV-Sendungen sofort für einen nationalen Emmy-Award nominiert. Diese junge Frau, die so viel Angst davor hatte, andere sehen zu lassen, wer sie wirklich ist, hatte jetzt eine starke Stimme, die Menschen auf tiefgreifende Weise berührte.

Heute bin ich bekannt als Expertin für Themen im Bereich der Stärkung und Befähigung von Frauen und die Arbeit fühlt sich nicht wie Arbeit an, weil sie mit einem Platz tief in mir verbunden ist.

Aufgrund meines Werdegangs vertraue ich meistens auf meine Erfahrung und meine Intuition. Ich trete dominierender auf. Ich arbeite aus einem Servicegedanken heraus und „sage“, was ich brauche. Menschen respektieren meine Direktheit. „Sagen“ basiert auf einer Position der Stärke.

„Als ich anfing zu realisieren, dass ich genauso viel wusste wie die meisten anderen Leute und alles weitere lernen konnte, fing ich an, mich selbstsicherer zu fühlen.“

Wenn ich „sage“, versuche ich nicht irgendwo „hineinzupassen“, oder keinen Ärger zu machen, oder so zu sein wie jemand anders. Ich nenne einfach die Fakten und sage, was gebraucht wird, um das gewünschte Ergebnis zu bekommen. Hier ist der Unterschied zwischen fragen und sagen:

  • Sagen: Deine Körpersprache ist offen und selbstbewusst.
  • Fragen: Du hast keine Kontrolle über Deine eigene Kraft.
  • Sagen: Dir ist wichtig, was andere denken, aber das ist nicht der einzige Faktor bei der Entscheidungsfindung.
  • Fragen: Du bist vor allen Dingen darum besorgt, es Anderen Recht zu machen.
  • Sagen: Du weißt, dass Du nicht nur überlebst, sondern auch Erfolg haben wirst, egal ob Dein Vorschlag umgesetzt wird oder nicht.
  • Fragen: Du bist etwas verzweifelt und auf der Suche nach Bestätigung, um Dich besser zu fühlen.

Gibt es Risiken beim „Sagen“? Ja. Es gibt eine Doppelmoral – wenn Männer sich durchsetzen, dann werden sie gelobt, aber eine Frau kann als aggressiv abgestempelt werden. Es ist ganz normal, auch mal jemanden zu verärgern. Wenn man einen Power Player verärgert, dann sollte man sich neu formieren und sicherstellen, dass man die Nachricht so übermittelt, dass die andere Person sie verstehen kann – indem man beispielsweise „seine“ Schlagwörter verwendet. Dabei hat man nichts zu verlieren, weil man das Ziel immer noch vor Augen hat.

Ich hatte das Privileg, in den letzten paar Jahren ein paar tolle Führungspersonen kennenzulernen. Sie waren Teil von Veranstaltungen, die ich organisiert habe, bei denen Frauen dazu ermutigt wurden, über wichtige Themen zu sprechen. Jill Campbell, eine leitende Geschäftsführerin ist eine dieser Frauen. Sie hat einer Gruppe von 400 Frauen erzählt – „Wenn man an einem Tisch sitzt, dann gibt es einen Grund, aus dem man dort sitzt. Wartet also nicht darauf, gefragt zu werden, was Ihr auf dem Herzen habt.“ Mit anderen Worten, SAG!

Claire B., die Leiterin einer Finanzabteilung, glaubt, dass die Rentabilität jedes Unternehmens das Ergebnis verschiedener Meinungen ist, wenn der Zeitpunkt für wichtige Entscheidungen gekommen ist. Claire rät, „Wenn jemand einen Standpunkt vorschlägt, von dem Sie wissen, dass er nicht funktioniert, präsentieren Sie Alternativen und stehen Sie zu der Lösung, die funktioniert. Warten Sie nicht, bis Sie an der Reihe sind, ergreifen Sie die Chance!“ Mit anderen Worten, SAG ES!

Diese starken Führungspersonen sagen es so, wie es ist. Sicher, sie sind auf Widerstand gestoßen, aber sie haben sich nicht davon aufhalten lassen, weil sie das getan haben, was am besten für alle Beteiligten war.

 Wenn man also nicht ans „Sagen“ gewöhnt ist, wie fängt man damit an? Man macht einen Schritt, dann noch einen und noch einen. Sag bei einem Meeting, was Dich beschäftigt, mit Überzeugung. (Wenn Deine Knie zittern, dann wird das keiner merken). Übe zuhause vor einem Spiegel, wenn nötig. Ich habe das viele Male getan.

 Das Fazit ist, wir brauchen Deine Stimme. Die Welt ist ein turbulenter Ort und wir brauchen mehr Frauen, die auf allen Ebenen nach Höherem streben. Wir haben keine Zeit zu verlieren.

 

Bildquelle: Sheftsoff-Women-Girls-shutterstock

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