Wie man seinen Traumjob in der Beauty-Branche bekommt. Von Visagistin, Designerin und Geschäftsführerin Sonia im Interview

  • Frage an Sonia K : Was ist Deine Rolle?

Ich würde sagen, dass ich mich selbst als Creative Director bezeichne. Ich kreiere Produktentwicklungen und führe Neuerungen ein, repräsentiere die Marke und bin sehr in der Pressearbeit involviert. Gestern war ich beim Shooting eines TV-Werbespots. Nächste Woche bin ich auf einem Dreh mit Cindy Crawford. Ich bin auch noch im Studio, um das Produkt zu testen. Ich habe wirklich mit jedem einzelnen Aspekt der Marke zu tun. Sie trägt meinen Namen, also muss ich allem mein Gütesiegel geben. Meine Erwartungen sind extrem hoch und ich bin eine sehr harte Kritikerin. Nach 32 Jahren in der Industrie weiß man, wonach man sucht.

 

  • Was war Dein erster Job/Durchbruch in der Branche?

Mein erster Durchbruch gelang mir dank einer lieben Freundin, der ich in den frühen 80ern lange assistierte. Sie hat mit einem Fotografen bei einem viertägigen Shooting zusammengearbeitet und war nur zwei Tage verfügbar. Sie sagte ihm, dass sie eine super Assistentin hätte, die für sie einspringen würde. Und er war sehr nett und stimmte zu. Das war der Beginn einer sehr besonderen Beziehung. Man braucht Menschen im Leben, die einem die Türen öffnen. Man muss in der Lage sein, durch diese Türen zu gehen, aber jemand muss sie für einen aufmachen. Ich bin denen gegenüber, die mir geholfen haben, sehr loyal.

 

  • Was ist dein bester Rat für jemanden, der eine ähnliche Position haben möchte?

Man muss eine klare Vorstellung davon haben, was man tun will. Und ich frage immer, „Was ist Dein Alleinstellungsmerkmal?“ Heutzutage ist die Konkurrenz sehr groß, weil es so viele talentierte, intelligente Menschen gibt. Wie sticht man in diesem überfüllten Markt hervor? Wenn Du nicht bereit bist, Risiken einzugehen, dann wirst Du nie wissen, ob du erfolgreich hättest sein können. Manchmal wirst Du gewinnen, manchmal wirst Du verlieren. Man braucht schlechte Tage, um gute Tage zu haben.

 

  • Was ist der beste Teil Deines Tages?

Die Kreierung und Ideenfindung. Der Versuch, Dinge zu erfinden, die nützlich sind, aber ein Alleinstellungsmerkmal haben. Wenn ein neues Produkt hereinkommt, dann bin ich wie ein Kind im Süßwarenladen. Wenn die ersten Prototypen ins Büro kommen und sie besser sind, als ich sie mir vorgestellt habe, dann ist das ein A-ha Moment, und ich merke, wie cool mein Job ist.

 

  • Was war der Höhepunkt Deiner Karriere?

 Es gibt so viele magische Momente. Einer war das erste Vogue-Titelbild. Ein anderer die Markteinführung meiner Produktlinie, nicht nur die Unterzeichnung der Verträge, aber die Launch Party. Ein anderer war, als ich von der CEW (Cosmetic Exective Women) anerkannt wurde, die so ein wichtiger Akteur in der Branche sind. Letztes Jahr habe ich einen Beauty-Award in drei Kategorien gewonnen. Ich glaube, ich und L’Oreal haben so viele Preise gewonnen. Die Beauty-Branche im Allgemeinen war so unglaublich und hat mich so unterstützt. Ich arbeite weiter und versuche meine Leidenschaft und mein Alleinstellungsmerkmal zu zeigen. Mein Motto ist, dass ich immer besser sein kann. Leider kann man sich nie zurücklehnen und denken, dass man genug erreicht hat. Ich bin nur so gut wie meine letzte Kollektion.

 

  • Welche falschen Vorstellungen haben Menschen oft von Deinem Job?

Ich denke, dass viele Leute glauben, Beauty sei glamourös und dass wir den ganzen Tag mit Make-up spielen. Wir spielen den ganzen Tag mit Make-up, aber meine Arme sind damit bedeckt, es ist in meinem Haar, über mein Gesicht verteilt und meine Augen haben normalerweise zwei verschiedene Farben. Wir stehen knietief in Produkten oder in sterilen Umgebungen im Labor, wo stundenlang an der richtigen Farbe gearbeitet wird. Es ist detailorientiert und zeitaufwändig und passiert nicht über Nacht. Der Druck besteht darin, etwas Großartiges und Schönes, aber immer auch Tragbares zu entwerfen.